Violetta Parisini fotografiert von Hanna Fasching

Wahrhaftigkeit und Reichweite oder: Kunst/Liebe/Musik/Lebendigkeit vs. Status-Versessenheit

Foto von Hanna Fasching

Nein, Musik ist kein Wettbewerb und kein Hochleistungssport, ihre Qualität kann nicht gezählt und gemessen werden, ihre Wirksamkeit kann nicht verglichen und bewertet werden, außer in Reichweite, die mehr mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner zu tun hat als mit Originalität.

Und nein, ich will meine Musik nicht an Zahlen messen, wo ich doch weiß, dass meine Lieder Tage gerettet, Tränen ins Fließen gebracht, Liebe realisiert und Erleichterung geschenkt haben. Dass Musik wirksam ist, wenn sie uns einander spürbar und sichtbar macht. Nicht, weil jemand im Schaltkreis eines Formatradios beschließt, dass sie gut ins Programm passt.

Natürlich will ich gehört werden, sonst würd ich keine Musik machen.
Gleichzeitig bin ich immer selbstbewusster in meinem Tun, ich krümme der Wahrhaftigkeit meiner Lieder kein Häärchen, auch wenn das bedeuten könnte, dass meine Reichweite darunter leidet. 

Wir alle, nehm ich an, wollen beides: 
Wahrhaftigkeit und Reichweite. Und ich feiere alle Künstler*innen, die das schaffen!!

Was mir aber wichtig ist hier und immer wieder auch zu mir zu sagen, ist: der Wert von Musik und von Kunst wird nicht in Zahlen gemessen, und mit denen, die das gerne tun, also: Wert und Geld verwechseln, und „Erfolg“ anhimmeln statt der Musik / Kunst / Literatur / … selbst, mit denen will ich nichts mehr zu tun haben.

Diesen Freitag kommt übrigens ein wütendes Lied raus, es hat nichts mit dem Musikbusiness zu tun aber mit der Wut auf Menschen, die nur zu schätzen wissen, was in ihr Konzept von Erfolg und Status passt. 

Ich will die Menschen und ihre Kunst, ihre Liebe, Leidenschaft und ihre Lebendigkeit feiern, nie – nie! – ihren Status in einer Welt, die von der menschlichen Status-Versessenheit kaputt gemacht wird.

PS.: Sowas zu schreiben ist immer gefährlich, weil man so leicht frustriert klingt. Und: ja! ich bin frustriert von diesem verdrehten Wertesystem, in dem wir leben, und das so selbstverständlich scheint. Nur, um das auch noch einmal offiziell gesagt zu haben.

PPS.: Hier könnt ihr Tatjana, so heißt der Song, der am Freitag veröffentlicht wird, schon vorbestellen.

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